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Energieeffizienzrichtlinie (EED)2020-07-02T11:02:52+02:00
Pflicht zur Fernablesung und monatlicher Verbrauchsinformation für die Mieter

Seit dem 25.12.2018 ist in Europa die novellierte Energieeffizienzrichtlinie (EED) in Kraft. Diese enthält unter anderem Vorgaben für Verbrauchszähler für Wärme, Kälte und Warmwasser (sog. „Submetering“) in Gebäuden mit mehreren Wohneinheiten oder Mehrzweckgebäuden:

Artikel 9c:
Ab dem 25.10.2020 installierte Zähler und Heizkostenverteiler müssen fernablesbar sein.
Bis zum 01.01.2027 müssen bereits installierte, nicht fernablesbare Zähler nachgerüstet oder durch fernablesbare Zähler ersetzt werden.

Anhang VIIa:
Es wird eine Verbrauchsinformationspflicht gegenüber den Endnutzern eingeführt (in fernauslesbaren Liegenschaften):

Ab 25. Oktober 2020

zweimal jährlich

(Ausnahme: mindestens vierteljährlich auf Verlangen oder bei Wahl der elektronischen Zustellung der Abrechnung durch Endnutzer)

Ab 1. Januar 2022

mindestens monatlich

(via Internet verfügbar und so oft zu aktualisieren, wie es wie die Messgeräte und -systeme zulassen)

Die Verbrauchsinformation soll zum Zwecke der Energieeinsparung im Wohnbereich „Informationen über den eingesetzten Brennstoffmix und die damit verbundenen jährlichen Mengen an Treibhausgasemmisionen, auch für Endnutzer, die mit Fernwärme bzw. Fernkälte versorgt werden“ und weitere umfangreiche Details enthalten. Wie solche Daten bereitgestellt werden sollen muss erst geklärt werden.

In der seit Dezember 2018 und z.T. schon vorher geführten öffentlichen Diskussion, auch durch unsere Wettbewerber, wird übersehen, dass die notwendige Umsetzung der Europäischen Rahmenrichtlinie EED in nationales Recht noch nicht erfolgt ist. Dazu haben die Mitgliedsstaaten bis zum 25.10.2020 Zeit. In der Bundesrepublik soll dies durch eine Novellierung der Heizkostenverordnung erfolgen. Die o. g. Fristen sind somit im Moment noch nicht rechtsverbindlich. Es gibt auch weitere Unklarheiten, so muss z.B. auf nationaler Ebene geklärt werden, ob die bisherige „walk by“ -Technik als „fernauslesbar“ gilt. Insgesamt ist der Erlass des geplanten, neuen Gebäudeenergiegesetzes (zur Umsetzung der EED in deutsches Recht) Voraussetzung für eine neue HeizkV.

EXTERN bereitet sich seit längerem auf diese Entwicklung vor. Seit geraumer Zeit installieren wir im Funkbereich nur noch Zähler und Heizkostenverteiler, die sich mittels so genannter Gateways auf Fernauslesung aufrüsten lassen. Fernauslesbare Funkmesstechnik ermöglicht es nicht nur die zukünftigen gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Sie sorgt vor allem für einen spürbaren Komfortzuwachs bei den Wohnungsnutzern, denn diese müssen nicht mehr vor Ort sein, damit eine Verbrauchsablesung erfolgen kann.

Haushaltsnahe Dienstleistungen2020-07-02T11:02:16+02:00

Durch die Neuregelung des § 35a EStG hat die Bundesregierung die Steuerabzugsregelungen im Bereich des privaten Haushalts deutlich vereinfacht. Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen sowie Arbeitskosten für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen können nun einheitlich mit jeweils 20 % von der Einkommensteuer abzogen werden. Voraussetzung ist, dass die Beträge nicht bar bezahlt werden. Um die Steuervergünstigungen gemäß § 35a EStG geltend machen zu können, müssen die anfallenden Arbeitskosten entweder in der Betriebskostenabrechnung separat abgerechnet und ausgewiesen oder durch eine Bescheinigung des Verwalters beziehungsweise des Vermieters nachgewiesen werden. Dies bedeutet einen erheblichen Mehraufwand, der mit der Anzahl der Hausnebenkosten steigt.

EXTERN unterstützt Sie bei dieser Frage. Auf Ihren Wunsch werden die abrechenbaren haushaltsnahen Dienstleistungen auf Ihrer Abrechnung ausgewiesen.

Heizkostenverteiler2020-07-02T13:55:43+02:00

Heizkostenverteiler sind für die Erfassung des Wärmeverbrauchs in Verbindung mit Heizkörpern im Einsatz. Jeder Heizkörper, der abgerechnet werden soll, wird mit einem Heizkostenverteiler versehen. Dieser erfasst entsprechend seines Erfassungsprinzips eine Maßzahl für die Wärmemenge, die der Heizkörper bei Betrieb abgibt. Heizkostenverteiler stellen auf Grund Ihrer problemlosen Montierbarkeit die häufigste Ausstattungsvariante dar.

Der elektronische Heizkostenverteiler unterliegt einer europaweit gültigen Norm (DIN EN 834), die Einsatzbedingungen und Zählbeginn dieser Fabrikate festlegt. Elektronische Heizkostenverteiler messen charakteristische Temperaturwerte mittels thermoresistiver Sensoren (z. B. NTC-Sensoren). Die thermoresistiven Sensoren ermitteln die Heizkörpertemperatur als auch die Raumtemperatur. Die Differenz zwischen der mittleren Heizkörpertemperatur und der umgebenden Raumlufttemperatur (Übertemperatur) kann so messtechnisch ermittelt werden. Die Zeitdauer der Übertemperatur liefert das Maß für die abgegebene Wärmemenge. Zur Erfassung auch bereits geringer Wärmeabgaben wird der Schwellenwert, an dem die Geräte zu zählen beginnen, möglichst niedrig gelegt.

Bei Heizkörpertemperaturen zwischen ca. 27 °C und ca. 31 °C kann der Heizkostenverteiler einen bereits geringen Anzeigefortschritt entwickeln. Die niedrige Einschaltschwelle bedingt aber auch, dass es an heißen Sommertagen zu einem Anzeigefortschritt kommen kann, dem jedoch kein Verbrauch gegenüber steht. Der Effekt stellt keinen Mangel des nach DIN EN 834 geprüften bzw. nach Heizkostenverordnung zugelassenen elektronischen Heizkostenverteilers dar. Einfühlergeräte messen die Oberflächentemperatur der Heizfläche des Heizkörpers am Montageort des Gerätes und setzen die Raumtemperatur fest mit 20 °C an. Zweifühlermessgeräte nehmen in der Regel zusätzlich zur Oberflächentemperatur auch den Wert der Raumluft auf, um den tatsächlichen Wert der Übertemperatur zu ermitteln. Der Raumtemperatursensor befindet sich meist an der dem Heizkörper abgewandten Seite im Innern der elektronischen Heizkostenverteiler. Denkbar und in Ausnahmefällen zwingend ist die Montage des Raumluftsensors in geeigneter Entfernung vom Heizkörper als sog. Fernfühler. Der reine Ablesewert eines elektronischen Heizkostenverteilers stellt lediglich einen Näherungswert der zeitlichen Dauer der gemessenen Temperaturdifferenz, d. h. der Übertemperatur dar. Für die Bewertung der Anzeigedaten müssen die Kenndaten des Heizkörpers herangezogen werden, d.h. auch hierbei muss der Verbrauchswert durch weitere Berechnung ermittelt werden. Je nach gewähltem Betriebsregime kann der sogenannte Faktor im Gerät gespeichert und von diesem zur Umrechnung in Verbrauchswerte verwendet werden.

Mess- und Eichgesetz2020-07-02T12:58:23+02:00

Gemäß § 33 dürfen Messwerte von Zählern im geschäftlichen Verkehr (wozu auch die Wohnungsvermietung gehört) nur bei deren bestimmungsgemäßen Gebrauch verwendet werden und gemäß § 37 dürfen Messgeräte insbesondere nicht nach Ablauf der Eichfrist verwendet werden.

Das Andrucken und das Verwenden von Ablesewerten nicht geeichter Geräte auf der Heizkostenabrechnung ist eine Ordnungswidrigkeit, was ein Bußgeld von bis zu 50.000 € nach sich ziehen kann. Das Bußgeld kann sowohl gegen den Hauseigentümer/WEG (Verwalter) als auch gegen den Messdienst ausgesprochen werden.

Falls ungeeichte Zähler vorliegen, dürfen in der Abrechnung die Kosten nur nach Wohn-/Nutzfläche verteilt werden, um einem Bußgeld zu entgehen. Eine verbrauchsabhängige Abrechnung ist somit nicht mehr möglich. Damit entspricht die Abrechnung nicht mehr der Heizkostenverordnung (HeizkostenV) und der Mieter hat u. U. ein Kürzungsrecht von 15%.

Netzwerklösung mit Gateways2020-07-02T11:03:03+02:00

Mit dem Gateway als Kernstück des Fernauslesesystems können alle im Haushalt üblichen Verbräuche durch Messgeräte erfasst und drahtlos gesendet werden, die in der entsprechenden Anlage installiert sind. Das Gateway verfügt durch einen ständigen Datenaustausch zwischen den Geräten über alle Verbrauchsinformationen. Die Auslesung kann per Schnittstelle am Gateway, per Funk vom (stehenden) Auto aus oder über Modem- / IP-Schnittstelle ganz aus der Ferne erfolgen. So vielfältig dieses Prinzip auch ist, so simpel ist es in der Anwendung. Von der einfachen Installation der Messgeräte und Gateways bis zur selbstkonfigurierenden Funktechnik.

OMS-Standard2020-07-09T10:55:28+02:00

Das Open Metering System (OMS) ist eine offene und standardisierte Kommunikationsarchitektur, welche die Verbrauchsdaten aller Energiesparten (Elektrizität, Gas, Wärme und Wasser – im Metering und Submetering) in ein System integriert. Sie kann daher von allen Interessenten ohne Einschränkung verwendet werden. Die herstellerübergreifende und patentfreie OMS-Systemspezifikation beschreibt den Kommunikationsweg von einem OMS-Gerät (z. B. einem Wasserzähler) und dem im Haus installierten Kommunikationssystem in beide Richtungen.

Das Open Metering System (OMS) ist grundsätzlich überall anwendbar, wo Messwerte auf dem Wege der Zählerfernauslesung übertragen werden sollen. Da alle Geräte nach OMS-Spezifikation nach demselben Protokoll kommunizieren, können Geräte unterschiedlicher Hersteller und Versorgungssparten problemlos in einem System zusammenarbeiten (Interoperabilität). Zusätzlich ist OMS mit dem internationalen Kommunikationsstandard für Gebäudetechnik KNX kompatibel. Damit wird eine direkte Einbindung von Gebäudeautomation, Energiemanagement und Smart-Home-Systemen möglich. Die Kommunikation basiert auf der M-Bus-Norm. Eine geräteindividuelle Verschlüsselung der Verbrauchsdaten auf Basis gebräuchlicher Algorithmen ist Bestandteil der OMS-Spezifikation, um die Anforderungen an Datensicherheit und Zugriffsschutz zu berücksichtigen.

Quelle: OMS-Group e. V., unter: https://oms-group.org/ (22.06.2020)

Rohrwärmekorrektur nach VDI 20772020-07-02T11:02:40+02:00
Verfahren zur Berücksichtigung der Rohrwärmeabgabe nach VDI 2077

Beiblatt © Verein Deutscher Ingenieure, Düsseldorf 2009

Durch elektronische Heizkostenverteiler wird systembedingt nicht die gesamte verbrauchte Primärenergie für Heizung einer Liegenschaft erfasst. Die VDI spricht hier vom „Verbrauchswärmeanteil“, auch bekannt als „Erfassungsrate“. Heizkostenverteiler werden am Heizkörper montiert und erfassen nur die dort abgegebene Wärme. Wärme, die von gar nicht oder schlecht gedämmten Rohrleitungen abgegeben wird, wird somit nicht gemessen. Dies gilt aber auch für alle Verluste in der Wärmeerzeugung und der Umwandlung, die analog auch bei einer Zweirohrheizung auftreten. Bei einer Einrohrheizung werden alle Heizkörper eines Strangs nur über ein Rohr versorgt. Das Heizmedium wird nach den Passieren des ersten Heizkörpers zum Nächsten geführt und erst am Ende des Stranges zurück zum Wärmerzeuger. Deshalb muss das Heizungswasser je nach Auslegung der Anlage ständig mit hoher Temperatur zirkulieren, z.B. auch wenn keines der Thermostatventile geöffnet hat. Wenn die Rohrleitungen nur unzureichend gedämmt sind, stammt ein erheblicher Anteil der Wärme einer Wohnung vom Rohrsystem. Diese Wärme trägt zur Versorgung des Gebäudes wesentlich bei, kann aber nicht gemessen werden.

Der beschriebene Sachverhalt ist kein außergewöhnliches Phänomen und tritt häufiger sowohl in Objekten mit senkrechten als auch waagerechten (d.h. innerhalb der Wohneinheit im Estrich verlegten) Einrohrheizungen auf. Nennenswerte Rohrwärmeabgabe kann jedoch auch bei Zweirohrheizungen entstehen, wenn Heizleitungen in beheizbaren Räumen unzureichend gedämmt sind und die Betriebsbedingungen ungünstig sind. Probleme treten dann auf, wenn eine Mehrheit der Nutzer im Wesentlichen mit der Rohrwärme leben können (d. h. keine oder nur geringe Verbrauchswerte), andere Nutzer lagebedingt oder mit höherem Wärmebedarf Ihre Heizkörper aber betreiben (höhere Verbrauchswerte). Dies bedeutet, ein Teil der Nutzer profitiert stark von der Wärme, die über die Rohrleitungen abgegeben wird ohne entsprechende Anzeigen der EHKV (elektronische Heizkostenverteiler). Die übrigen Nutzer tragen allerdings diese Kosten über einen hohen Preis je gemessener Verbrauchseinheit mit. Problematisch wird dies immer dann, wenn der Anteil der Rohrwärme wesentlich ist. Unklar war vor der VDI 2077, wann dies der Fall und wie zu verfahren ist.

Die bis 2009 gültige Heizkostenverordnung (HeizkVO) bot keinerlei Basis für die Behandlung der Erscheinung. Seit 2002 haben sich Gerichte mehrfach mit der Problematik beschäftigt und sind zu teilweise konträren Entscheidungen in ähnlich gelagerten Fällen gelangt. Durch den Verein Deutscher Ingenieure (VDI) wurde ein Verfahren entwickelt, um in solchen Fällen die Heizkosten gerechter verteilen zu können. Seit dem 01.03.2009 gibt das „Beiblatt Rohrwärme zur VDI 2077“ den sachlichen Rahmen zur Behandlung dieser Problematik. Die ab 01.01.2009 gültige, novellierte HeizkVO gibt im § 7 Abs. (1) Satz 3 die rechtliche Ermächtigung zur Anwendung des VDI-Verfahrens.

Das Verfahren wurde seitdem in tausenden Wohneinheiten, vorrangig in sogenannten „DDR-Wohnblöcken“ angewendet. Die VDI bietet einen Kriterienkatalog auf der Basis der Kennwerte mit dem die Problematik in jedem Objekt bewertet wird und gibt eine Korrekturempfehlung. Die Entscheidung, ob diese angewendet werden soll, liegt allerdings beim jeweiligen Eigentümer einer Liegenschaft. Der Messdienst kann das Verfahren nur nach entsprechendem Auftrag anwenden. Das Verfahren wurde im Jahre 2018 überarbeitet und im Blatt 3.5 der Richtlinienreihe VDI 2077 neu gefasst. Dabei hat sich das Grundprinzip der Beurteilung als auch das Korrekturverfahren auf der Basis des Rohrwärmeanteiles nicht geändert. Lediglich die weiteren Kriterien zur Beurteilung, ob eine Anlage kritisch und damit die Abrechnung korrekturwürdig ist, wurden teilweise überarbeitet.

Im aktuellen Blatt 3.5 werden letztlich 3 Kriterien zur Beurteilung einer Heizkostenabrechnung aufgestellt. Erst wenn alle 3 Kriterien erfüllt sind, wird ein wesentlicher Rohrwärmefall erkannt und eine Korrektur empfohlen. Die Berechnungen sind anspruchsvoll und können nur anhand der Verbrauchsdaten aller Nutzer erfolgen.

EXTERN scannt ab sofort alle Abrechnungen und wird die Eigentümer im Verdachtsfall sofort informieren. Damit kann die notwendige Entscheidung noch vor Abschluss der Abrechnung getroffen werden. Neben den abrechnungstechnischen Empfehlungen sind im Beiblatt zur VDI 2077 auch heizungsseitige Optimierungsmaßnahmen dokumentiert. Durch einfache Maßnahmen, wie

  • Verbesserung der Isolation des Rohrnetzes,
  • Einsatz von elektrisch geregelten Pumpen,
  • hydraulischem Abgleich und
  • Absenkung der Vorlauftemperaturen

lassen sich Potentiale zur Verminderung der Rohrwärmeabgabe und damit zum Einsparen von Energie und Heizkosten erzielen. EXTERN bietet Ihnen diesbezüglich gern kompetente Beratung an! Der sofortige Einbau eines Wärmezählers zur Messung der Energie für die Warmwasseraufbereitung bringt eine Verbesserung der Nachvollziehbarkeit der Energiebilanz und der Verbrauchswärmeanteil verändert sich häufig in Richtung „unkritische“ Werte.

Der sogenannte Boilerwärmezähler ist im Übrigen mit einer Übergangsfrist bis zum 01.01.2013 gesetzlich durch die HKVO vorgeschrieben.

Jeder Nutzer bekommt zusätzliche Verbrauchseinheiten für die vorher berechnete Rohrwärmemenge der Liegenschaft entsprechend seiner Heizfläche zugewiesen. Diese werden in der Heizkostenabrechnung in Form eines „Rohrwärmeheizkörpers“ ausgewiesen. Da die Gesamtsumme der Verbrauchseinheiten steigt, sinken die Kosten pro gemessene Verbrauchseinheit auf ein normales Maß. Für das gesamte Gebäude bleiben die Heizkosten jedoch gleich.

Das Rohrwärmekorrekturverfahren nach VDI 2077 stellt somit sicher, dass die erzeugte Wärme in dem betroffenen Gebäude gerechter nach tatsächlicher Nutzung verteilt wird. Bei Vorliegen eines niedrigen Verbrauchswärmeanteils ist es gemäß VDI 2077 sinnvoll, auch wenn die Kriterien der VDI nicht erreicht werden, den Abrechnungsschlüssel 50/50 zu verwenden. Lt. § 6 Abs. 4 der „Neuen HeizkVO“ hat der Eigentümer nunmehr die Möglichkeit den Abrechnungsmaßstab für zukünftige Abrechnungszeiträume zu ändern, wenn sachgerechte Gründe dies erfordern.

Die Nutzer, die bisher deshalb einen niedrigen Verbrauch am Heizkostenverteiler verzeichnet haben, weil sie von der Nichterfassung der Rohrwärmeabgabe profitiert haben, werden an der Rohrwärmeabgabe stärker beteiligt und müssen etwas höhere Heizkosten zahlen. Nutzer mit einem höheren erfassten Verbrauch, die potentiell weniger von der Rohrwärmeabgabe profitiert haben, werden dagegen entlastet. Der Mieterbund fordert die Anwendung des Verfahrens im Interesse einer gerechteren Heizkostenabrechnung ausdrücklich.

Solaranlagen nach VDI 2077, Blatt 3.32020-07-10T16:24:50+02:00

Dem politischen Willen folgend werden in Deutschland immer mehr kombinierte Heizsysteme unter Anbindung regenerativer Energiequellen installiert. Entsprechend häufig existieren thermische Solaranlagen, die sowohl die Trinkwassererwärmung als auch die Raumwärmeversorgung unterstützen. Allerdings ist das möglichst einfach gehaltene Verfahren der Heizkostenverordnung nicht dazu geeignet, um die Betriebskosten derartiger Anlagen verursachungsgerecht abzurechnen.

Mit der VDI 2077 Blatt 3.3 hat der „Verein Deutscher Ingenieure (VDI)“ eine Richtlinie veröffentlicht, die für die weitaus meisten Konstellationen von Heizanlagen mit solarer Unterstützung eine sachgerechte Kostenaufteilung ermöglicht. Mithilfe dieser Richtlinie sollen Nutzer nachvollziehbar und rechtssicher Solaranlagen im Rahmen der Heizkostenabrechnung berücksichtigen können.

Dabei wird vorausgesetzt, dass die Kollektorfläche größer ist als das 0,03-Fache der Nutzfläche der Nutzeinheiten. Interessierte Betreiber können die Richtlinie online beim Beuth-Verlag oder in gedruckter Form erwerben. Wer sich damit nicht auseinandersetzen oder sich diese Ausgabe ersparen möchte, darf auf die Fachkompetenz von EXTERN vertrauen. Wir verfügen über diese neue Abrechnungsrichtlinie und sind auch bereits in der Lage, die fachlichen Empfehlungen der Ingenieure in der Heizkostenabrechnung für Ihre Liegenschaft umzusetzen.

Wenn Sie mehr darüber erfahren oder die Abrechnung Ihrer bestehenden Solaranlage auf das neue Verfahren umstellen möchten, wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihre regionale EXTERN-Geschäftsstelle.

Walk-by Ablesung2020-07-09T10:53:22+02:00

Das Walk-by System ermöglicht – quasi im Vorbeigehen – eine ebenso kostengünstige wie einfache Zählerablesung mittels eines mobilen Ablesesystems. Dabei muss der Ableser noch nicht einmal mehr die Wohnung des Mieters betreten. Er kann seine Arbeit am Ablesetermin in den für jedermann zugänglichen Bereichen des Gebäudes erledigen. Tut er dies in kleineren Anlagen, kann er die Daten in den meisten Fällen sogar schon außerhalb des Gebäudes empfangen. Der Datensammler nimmt die Funktelegramme auf und leitet sie an das Tablet weiter – vollkommen drahtlos. Wenn regelmäßig Daten benötigt werden und dadurch ein nachträglicher Einbau von fest montierten Datensammlern mit einer Schnittstelle zur Datenfernübertragung realisiert werden soll, können die Messgeräte jederzeit vom Walk-by-System auf eine stationäre Netzwerklösung umprogrammiert werden.

Wärmemengenzähler/Kältemengenzähler2020-07-02T11:01:41+02:00

Kompaktwärmezähler sind die technisch aufwendigsten Systeme zur Wärmeverbrauchserfassung. Sie unterliegen der europäischen Norm EN DIN 1434 und benötigen eine PTB-Bauartzulassung. Da Wärmezähler nicht einfach an Heizkörpern montiert werden können, erfordert ihr Einsatz, vorgeschrieben etwa bei Fußbodenheizungen, sorgfältige Planung und Auslegung in der Bauphase. Die Geräte unterliegen einer gesetzlichen Eichpflicht im Zeitraum von jeweils fünf Jahren. Das A und O von Wärmezählern ist die korrekte Dimensionierung des Zählers. Dabei muss darauf geachtet werden, dass ein Wärmezähler wenig im unteren Lastbereich seiner Nenngröße arbeitet, bei Spitzenlast aber dennoch nicht über seine Nennbelastbarkeit beansprucht werden darf. Zudem ist der Druckverlust der Wärmezähler bei der Pumpendimensionierung zu berücksichtigen. Der Einsatz im Rahmen von Funkfernablesesystemen ist bei Wärmezählern ebenfalls möglich. Wärmezähler sind für alle vorkommenden Fälle der Wärmeverbrauchsmessung anwendbar. Beschränkungen im Hinblick auf Temperaturbereiche und Temperaturdifferenzen bestehen nach DIN 4713 Teil 4 nicht.

Wärmezähler messen in physikalischen Einheiten. Ihre Verwendung hat den Vorteil, dass keine Bewertungsfaktoren für die Heizkörper zu ermitteln sind und dass auch Heizkörper nicht allgemein üblicher Bauart problemlos erfasst werden können. Obwohl Wärmezähler in physikalischen Einheiten anzeigen, dienen sie im Anwendungsbereich der Heizkostenverordnung nur zur Feststellung des anteiligen Wärmeverbrauchs im Rahmen der Heizkostenverteilung. Nur bei eigenständiger gewerblicher Wärmelieferung ist die Abrechnung nach physikalischen Einheiten (kwh, MJ) üblich.

Für den Einsatz in Klimaanlagen stehen Kältemengenzähler zur Verfügung, welche analog zum Wärmemengenzähler arbeiten. Auch hier werden physikalische Einheiten (kWh, MWh) erfasst und zur Abrechnung zur Verfügung gestellt. Zur Beachtung: Bei Installation und Austausch ist die Einbindung eines Fachbetriebes für die Schwitzwasserdämmung erforderlich. Bei nicht fachgerechter Ausführung der Dämmung kann es ansonsten durch Korrosion zu erheblichen Schäden in der Anlage kommen.

Wasserzähler2020-07-02T11:03:48+02:00

Wasserzähler sind geeichte Messgeräte, die zur Verbrauchserfassung von Warm- und Kaltwasser in Gebäuden bzw. Wohnungen dienen. Dabei müssen die Bezeichnungen „Zählen“ und „Messen“ unterschieden werden. Eine Zählung ist die Erfassung einer bestimmten Menge in einem beliebigen Zeitraum. Messen ist jedoch das Erfassen der Menge in der Zeiteinheit (z. B. Volumendurchfluss/Sekunde). Aus jenem Grund sind die Zähler auf ein Mengenmaß geeicht.

Die Eichgültigkeit für Warmwasserzähler ist mit 5 Jahren festgelegt. Für Kaltwasserzähler beträgt die Gültigkeitsdauer 6 Jahre. Die häufigsten Wasserzähler (Wohnungswasserzähler) sind die sogenannten Trockenläufer, bei denen nur die Messflügel und die Übersetzungsgetriebe im Wasser liegen. Das eigentliche Zählwerk befindet sich im dicht abgeschlossenen Trockenraum und wird über eine Magnetkupplung angetrieben (DIN-Bezeichnung T). Eine andere Art der Wasserzähler sind die Nassläufer (häufig bei Hauswasserzählern), bei denen das Zählwerk und das Ziffernblatt im Wasser liegt (DIN-Bezeichnung N).

Zwischenablesung2020-07-02T11:02:03+02:00

Bei einem Nutzerwechsel oder der Übergabe einer Nutzereinheit bei Neubezug ist im Interesse des Erhalts einer verbrauchsabhängigen Kostenverteilung grundsätzlich eine Zwischenablesung der Erfassungsgeräte vorschrieben. In diesem Fall ist von der Hausverwaltung bzw. von dem Vermieter oder dem Eigentümer eine Ablesung zum Auszugsdatum durchzuführen. Die ermittelten Zwischenablesewerte werden geprüft, gespeichert und am Ende der Abrechnungsperiode bei der Erstellung der Heizkostenabrechnung berücksichtigt. Somit erhalten der ausziehende und der einziehende Nutzer eine separate Abrechnung entsprechend ihres Verbrauchs.